Als Ursache für chronische Wunden findet man neben Krampfadern (Varizen) bei mehr als der Hälfte der Betroffenen eine schwere arterielle Durchblutungsstörung, chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Nierenversagen und Bettlägerigkeit. Höheres Lebensalter und das häufige Zusammenfallen mehrerer schwerer Erkrankungen begünstigen und unterhalten chronische Geschwüre.
Für die Betroffenen bedeutet dies nicht selten jahrzehntelang eine massive Einschränkung der Lebensqualität, ständigen Schmerz, oft auch soziale Isolation.
Modernes Wundmanagement
Im HGZ ist ein modernes Wundzentrum etabliert. Hier beraten speziell geschulte Wundmanager mit detaillierten Kenntnissen zu Verbandstechniken und modernen Heil- und Hilfsmitteln ihre Kollegen im Pflegedienst und die Patienten zu Therapiemöglichkeiten. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht die rasche Ursachenerkennung des Geschwürs und seine umgehende Behandlung. So lässt sich durch die Wiederherstellung der Durchblutung betroffener Gliedmaßen und durch die Entfernung von Krampfadern die Basis für eine erfolgreiche Wundheilung schaffen.
Modernes Wundmanagement heißt aber auch, durch den standardisierten Einsatz moderner Verbandsstoffe die Abheilungsphase zu verkürzen und Beschwerden während der Heilungsphase zu vermeiden. Nach der Abheilung ist das Ziel, durch eine optimierte Hautpflege und die Vermeidung lokaler Überlastungen ein Wiederauftreten von Geschwüren zu verhindern.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit der Spezialisten
In enger Zusammenarbeit mit dem WFI Wundkompetenz-Zentrum in Zürich wurden im Gefäßzentrum des HGZ standardisierte Richtlinien zur Wundbehandlung eingeführt, die konsequent in der täglichen Arbeit angewendet werden. Auch hier steht der interdisziplinäre Gedanke im Vordergrund: Angiologen, Diabetologen und Gefäßchirurgen, Ärzte und Pflegedienst arbeiten nach dem gleichen Wundhandbuch.
Alle Mitarbeiter des Gefäßzentrums sind in Fragen rund um das Thema Haut, Wunde und Wundheilung geschult. In umfangreichen Testungen wurde weiterhin ermittelt, welche Produkte für welche speziellen Anforderungen am besten geeignet sind. Eine begleitende Dokumentation der Wunden ermöglicht es, Fortschritte festzustellen.
Auch die im HGZ angesiedelte Gefäßpraxis ist in das Projekt integriert. Außerdem wird das Wundzentrum am HGZ in ein Wundnetz integriert, das im Verbund mit allen Wundbehandlern im ambulanten und stationären Bereich Ansprechpartner für schwierige Fragestellungen rund um chronische Wunden und Durchblutungsstörungen ist.
Ambulante Versorgung von Patienten mit Problemwunden
Patienten mit Problemwunden bietet unser Wundzentrum auf Überweisung auch eine ambulante Versorgung gesetzlich Krankenversicherter an. Hierfür stehen mit der leitenden Oberärztin Claudia Habisch und Assistenzarzt Markus Glantz gleich zwei speziell ausgebildete und sehr erfahrene Wund-Experten zur Verfügung.
Zertifizierte Ausbildung und Hospitationen
Da in der ärztlichen und pflegerischen Ausbildung das Thema Wundbehandlung nur in begrenztem Rahmen berücksichtigt wird, hat das HGZ seine Experten im Wundzentrum speziell weitergebildet und hält so hochmotivierte Spezialisten auf diesem Gebiet vor. In hausinternen Kursen und Workshops werden interessierte Ärzte und Pflegekräfte nach einem zertifizierten Konzept (ZWM®) zu Wundtherapeuten ausgebildet. Darüber hinaus steht das Wundzentrum geeigneten Kandidaten für Hospitationen zur Verfügung, um die regionalen Strukturen im modernen Wundmanagement nachhaltig zu verbessern.





