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Überwachungsmonitor

Herzinsuffizienz – eine Systemerkrankung

Die Herzinsuffizienz, umgangssprachlich und verharmlosend auch als Herzschwäche bezeichnet, wird nach wie vor in ihrer Bedeutung unterschätzt. Sie ist heute bereits die am häufigsten gestellte Diagnose in deutschen Krankenhäusern.

Ist der Herzmuskel so schwach, dass er das Blut nicht mehr ausreichend stark oder schnell durch die Blutgefäße des Körpers pumpen kann, kommt es zu einem Blutstau „vor“ dem Herzen. Herzinsuffizienz-Patienten leiden vor allem unter deutlichen Einschränkungen ihrer Lebensqualität. Findet sich das Symptom Luftnot in Kombination mit zunehmender Ermüdbarkeit und Wasseransammlungen in Lunge, Beinen und Bauch dann handelt es sich bereits um ein sehr fortgeschrittenes Stadium der Herzinsuffizienz. Diese hat eine schlechtere Prognose als viele Krebserkrankungen. Daher ist es von besonderer Bedeutung, die Herzinsuffizienz möglichst frühzeitig zu diagnostizieren und konsequent gemäß der modernsten Erkenntnisse zu behandeln.

Die Zunahme der Herzinsuffizienz ist einerseits der Tatsache geschuldet, dass unsere Gesellschaft immer älter wird und dieses Syndrom eine Erkrankung des Alters ist. Paradoxerweise führen auch die deutlich verbesserten kardiologischen Interventionsmethoden zu einer Zunahme der Herzinsuffizienz. Immer mehr Mensche überleben einen Herzinfarkt und entwickeln dann im weiteren Verlauf ihres Lebens eine Herzinsuffizienz. Da die koronare Herzerkrankung die häufigste Ursache einer Herzinsuffizienz ist (70 %), müssen alle Patienten nach durchgemachtem Herzinfarkt sorgfältig überwacht und therapiert werden.

Viele Herzpatienten leiden unter mehreren Begleiterkrankungen

Ferner wissen wir aus großen amerikanischen Studien, dass 40 Prozent der Herzinsuffizienzpatienten über fünf bis zehn Begleiterkrankungen aufweisen. Die Herzinsuffizenz darf deshalb nicht allein als Herzkrankheit verstanden werden, sondern als eine Erkrankung, die das gesamte Organsystem des Körpers betrifft.

Sobald das Herz weniger Blutvolumen durch den Körper pumpt, melden Volumen- und Drucksensoren diesen Befund umgehend an das zentrale Nervensystem. Sofort werden Mechanismen in Gang gesetzt, die das gepumpte Blutvolumen wieder normalisieren sollen. Bei kurzfristigen Ereignissen, wie Blutungen, Erbrechen oder Fieber, ist diese Gegenregulation ein effektiver und folgenloser Mechanismus. Anders sieht dies bei chronischer Einschränkung der Pumpleistung des Herzens im Rahmen der Herzinsuffizienz aus. Das zentrale Nervensystem gerät dauerhaft unter Stress und belastet so auch andere Organsysteme wie Gefäße, Niere, Bauchspeicheldrüse, Skelettmuskel, Skelett, Knochenmark und letztlich das Zentralnervensystem selbst. Es kommt in der Folge zu Schädigungen und Funktionsverlust auch dieser Organsysteme.

Viele Krankheiten sind Folgeerekrankungen der Herzinsuffizienz

Damit wird deutlich, dass Begleiterkrankungen wie Atherosklerose, Niereninsuffizienz, Diabetes, Depression, Schlaf-Apnoe-Syndrom, Anämie und Skelettmuskelschwäche systematisch bedingte Folgeerkrankungen der Herzinsuffizienz sind. Außerdem sorgt die Summe der Begleiterkrankungen für die sehr schlechte Prognose der Herzinsuffizienz, die, wie oben bereits erwähnt, schlechter ist als für die meisten Krebserkrankungen. Umgekehrt können aber auch Diabetes und Niereninsuffizienz diese Kettenreaktion des Körpers in Gang setzen, sodass Herzinsuffizienz auch eine Folge dieser Erkrankungen sein kann.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass moderne innovative Therapiekonzepte nur dann einen Erfolg bei der Herzinsuffizienztherapie haben können, wenn auch die Begleiterkrankungen konsequent diagnostiziert und behandelt werden.

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