
Operationen im Bereich der aufsteigenden Aorta
Bei einer operationsbedürftigen Erkrankung der aufsteigenden Aorta muss diese mit einer Gefäßprothese ersetzt werden. Eine etwaige undichte Aortenklappe wird dabei bei unauffälligen Klappentaschen rekonstruiert, bei stark veränderten Klappentaschen muss sie jedoch ebenfalls ersetzt werden. Bei beiden Verfahren müssen die Herzkranzgefäße, die im Bereich der Aortenklappe aus der Aorta abgehen, in die Prothese wieder eingepflanzt werden. Diese Eingriffe finden unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine statt.
Operationen am Aortenbogen
Ist der Aortenbogen, jener Bereich der Hauptschlagader aus welchem die Arterien für Kopf und Arme abgehen, mit beteiligt, so muss auch dieser teilweise oder gar vollständig mit einer Gefäßprothese ersetzt werden. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten, das Gehirn zu schützen. Einerseits kann der Eingriff klassischerweise in tiefer Hypothermie durchgeführt werden, was bedeutet dass die Körpertemperatur bis auf ca. 20 °C abgesenkt wird, um dann ohne Durchblutung einen Organschutz für ca. 40 min zu haben. Wenngleich diese Strategie ausgesprochen sicher ist, stellt sie einen erheblich belastenden Eingriff für alle Körperfunktionen dar. Daher versuchen wir, wann immer es möglich ist, durch einen direkten Anschluss der Herz-Lungen-Maschine an die Kopfgefäße die Durchblutung des Gehirnes aufrecht zu erhalten, wobei dann nur noch die Absenkung der Körpertemperatur auf 28 °C erforderlich ist. Die Erfahrung zeigt, dass auch dieses Verfahren sicher ist und zusätzlich den Vorteil bietet, dass sich die Patienten trotz des sehr großen Eingriffes schnell von diesem erholen.
Operationen an der absteigenden Aorta
Für die absteigende Aorta gibt es grundsätzlich zwei Therapieoptionen. Zum einen kann auch hier die Hauptschlagader konventionell durch eine Prothese ersetzt werden. Dieser Eingriff wird über eine seitliche Thorakotomie im linken Brustkorb durchgeführt. Zum anderen ist es sehr häufig aber auch möglich, Erkrankungen der absteigenden Aorta kathetertechnisch mittels einer so genannten endovaskulären Prothese zu behandeln. Hierbei wird eine Gefäßprothese über die Leistengefäße unter Röntgenkontrolle in Höhe der erkrankten Aorta eingeführt und dort entfaltet. Diese Eingriffe werden zusammen mit der Abteilung für Gefäßchirurgie durchgeführt.
Im Jahre 2010 haben wir auch in diesem Bereich ein so genanntes Hybridverfahren etabliert. Bei gleichzeitiger aneurysmatischer Erweiterung von sowohl Aortenbogen als auch der absteigenden Aorta kann intraoperativ über den Aortenbogen eine endovaskuläre Prothese in Blutrichtung eingebracht werden, welche die Aussackung im Bereich der absteigenden Hauptschlagader abdichtet. An diese ist eine konventionelle Prothese bereits angenäht, welche schließlich zur Rekonstruktion des Aortenbogens, bzw. wenn nötig, auch der aufsteigenden Hauptschlagader verwendet werden kann. Dieses Verfahren kann auch im Falle einer akuten Aortendissektion Typ A angewendet werden.