
Herzschrittmacher werden zur Behandlung bradykarder (langsamer) Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Der Eingriff erfolgt in der Regel in lokaler Betäubung.
Die Geräte werden durch einen kleinen Hautschnitt (4 bis 8cm) unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt. Die Elektroden werden unter Durchleuchtung in das Herz eingebracht, so dass in den meisten Fällen keine Eröffnung des Brustkorbs vonnöten ist.
Mittlerweile ist der Schrittmacher kein reiner „Impulsgeber“ mehr wie noch vor einigen Jahren. Die aktuellen Geräte, die in unserem Haus implantiert werden, weisen deutlich ausgefeiltere Eigenschaften auf: Durch spezielle Sensoren, die in die Schrittmacher integriert sind, kann das Gerät die körperliche Aktivität messen. Bei unzureichendem Anstieg der eigenen Herzschlagfolge passt der Schrittmacher die Stimulation und damit auch die Herzfrequenz an die Belastung an. So wird eine höhere körperliche Belastbarkeit erreicht. Darüber hinaus weisen alle in diesem Haus implantierten Schrittmacher weit reichende diagnostische Funktionen auf. So kann der Speicher der Geräte nach nicht anhaltenden oder unbemerkt auftretenden Rhythmusstörungen abgefragt und die Therapie ggf. entsprechend verändert werden.
MRT-Untersuchungen heute auch mit Herzschrittmacher
Die Diagnostik durch Kernspintomografen (MRT) nimmt heute einen immer wichtigeren Platz in der Diagnostik auch nicht kardialer Erkrankungen ein. Bis vor kurzer Zeit war es nicht möglich, bei Schrittmacherträgern eine solche Untersuchung durchzuführen. Neue, speziell entwickelte Schrittmacher ermöglichen bei Bedarf, dass nun auch für Schrittmacherträger eine Kernspintomografie in Frage kommt. Bei entsprechenden Fragestellungen können hier solche Schrittmachersysteme implantiert werden.
Pro Jahr implantieren wir mehrere Hundert Schrittmachersysteme in unserer Klinik. Je nach Krankheitsbild sind die Systeme mit einer, zwei oder auch drei Elektroden ausgerüstet.