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Patienten, die ein Leben lang bleiben

Die Kunstherz-Implantation ist mehr als eine OP: Unsere Spezialisten sind für Betroffene rund um die Uhr da.

Herzschrittmacher, implantierter Defibrillator, Medikamente – wenn all diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und auch kein Spenderherz zur Verfügung steht, haben Patienten mit einer schweren Herzschwäche (Herzinsuffizienz) meist nur noch eine Chance: das Kunstherz, auch VAD genannt (Ventricular Assist Device = Herzkammerunterstützungssystem). Dieser Hightech-Antrieb in Mandarinengröße wird in die Herzspitze eingesetzt. Dort pumpt er aus der linken Herzkammer das Blut ab, beschleunigt es und schleust es über eine eigens dafür eingesetzte Prothese, die mit der Aorta verbunden ist, in den Kreislauf. Auch im HGZ wird dieses Therapieverfahren angewendet.

Klingt kompliziert. Ist es aber gar nicht, sagt Dr. Folke Jensen. „Der Eingriff ist nicht besonders schwer, das ist keine Astronautenmedizin“, betont der geschäftsführende Oberarzt der Klinik für Herz-Thorax-Chirurgie. Er sowie seine Kollegin der Kardiologie, geschäftsführende Oberärztin Dr. Monika Januszewski, Kardiotechniker Andreas Bendisch und Dr. Christian Baumbach, Chefarzt der Klinik für kardiologische und angiologische Rehabilitation, bilden das Team, das die Kunstherz-Patienten im HGZ versorgt.

Während der drei bis vier Stundenden dauernde Eingriff aus medizinischer Sicht ein Standard ist und keineswegs nur in den großen Universitätskliniken durchgeführt wird, bedeutet er für die Patienten immer einen gravierenden Lebenseinschnitt. „Es handelt sich beim Kunstherz um ein Gerät, das permanent mit Strom versorgt werden muss – diese Abhängigkeit ist für viele Betroffene eine psychische Belastung“, weiß Dr. Monika Januszewski. Daher wird großer Wert darauf gelegt, Herzinsuffizienz-Patienten gedanklich so früh wie möglich auf die Option Kunstherz vorzubereiten. Im Idealfall. Tatsächlich sind die Kunstherz-Patienten dann aber doch häufig Notfälle.

Ein Kabel, die sogenannte Driveline, verbindet das implantierte Kunstherz mit einer Steuerungseinheit und einem Akku, die außen am Körper getragen werden. Die Austrittsstelle unter dem Brustkorb bedarf regelmäßiger Kontrolle und Pflege. Das bedeutet viel Eigenverantwortung für den Träger. Und Einschränkungen. So dürfen Kunstherz-Patienten zum Beispiel nicht baden. Außerdem müssen die Akkus ständig geladen sein und Mittel zur Blutgerinnung eingenommen werden, damit sich keine Gerinnsel bilden.

Wie all das in den Alltag integriert werden kann, darauf bereiten Dr. Christian Baumbach und sein Team in der Reha vor. „Wir machen die Patienten körperlich fit und begleiten sie auch in der Krankheitsverarbeitung“, sagt er. Das Kunstherz als fortan ständigen Begleiter zu akzeptieren, ist oft ein psychischer Kraftakt. Nicht zuletzt deshalb sind die VAD-Spezialisten im HGZ 365 Tage im Jahr über zwei spezielle Hotlines für ihre Patienten erreichbar. Rund um die Uhr.

Bei Andreas Bendisch laufen in allen Phasen vor, während und nach der Kunstherz-Transplantation organisatorisch die Fäden zusammen. Der VAD-Koordinator ist stets präsent, stellt das Gerät bereit, schult Klinikpersonal, Patienten und Angehörige, auch Hausärzte oder ambulante Pflegedienste bei dessen Handhabung. Und er fährt zu den Betroffenen nach Hause, um dort Tipps für deren Alltag zu geben – ganz individuell auf die jeweilige häusliche Situation zugeschnitten. Bei den regelmäßigen Kontrollen der Patienten im HGZ, in der Herzinsuffizienz-Ambulanz von Dr. Januszewski, sind ebenfalls stets ein Kardiotechniker und ein Herz-Thorax-Chirurg dabei. „Dieser Eingriff ist mehr als eine OP“, sagt Andreas Bendisch. „Meistens ist es so, dass wir Patienten nach der Therapie und Reha nicht wiedersehen. Bei den Kunstherz-Patienten ist das anders: Das sind Menschen, mit denen wir ihr Leben lang in Kontakt bleiben.“

    Haben Sie Fragen?

  • Dr. med. Christian Baumbach
    Chefarzt der Klinik für kardiologische und angiologische Rehabilitation
    Tel.: 05821 82-1354
  • Dr. med. Monika Januszewski
    Geschäftsführende Oberärztin
    Sektionsleitung Herzinsuffizienz und kardio-renale Interaktion
    Tel.: 05821 82-1703
  • Dr. med. Folke Jensen
    Geschäftsführender Oberarzt
    Facharzt für Herzchirurgie
    Tel.: 05821 82-1702
  • Andreas Bendisch
    Leitung Kardiotechnik
    Tel.: 05821 82-1746
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