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Bauchfelldialyse

Als schonende und erfolgreiche Methode zur Therapie des Herzinsuffizienz-Syndroms wird am HGZ unter Leitung von Professor Dr. med. Björn Andrew Remppis, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, die Bauchfelldialyse angewendet, die zur Therapie der Niereninsuffizienz etabliert ist.

Niereninsuffizienz als Folge der Herzinsuffizienz

Die Niereninsuffizienz ist für den Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz der stärkste unabhängige Risikofaktor. In Studien weisen 30 bis 40 Prozent der Betroffenen zusätzlich eine Niereninsuffizienz auf. Gründe sind hämodynamische, immunologische und toxische Wirkmechanismen. Außerdem wird das zentrale Nervensystem so sehr aktiviert, dass der Körper permanenten Stress-Signalen ausgesetzt ist. 

Entlastung für die Nieren

Eine Hämodialyse drei Mal pro Woche ist bei herzinsuffizienten Patienten oftmals nicht mehr durchführbar. Zwischen den Dialyse-Terminen füllt sich der Körper so sehr mit Flüssigkeit, die jeweils binnen drei bis vier Stunden schnell wieder abgepumpt werden muss. Das bedeutet großen Stress für den Körper und das ohnehin schon sehr kranke Herz.Der Dialyse-Shunt stellt wegen der Erhöhung der Pumpfunktion des Herzens eine zusätzliche Belastung dar. Zentralvenöse Katheter bedeuten wiederum ein höheres Infektionsrisiko.

Die tägliche Bauchfelldialyse zeigt derweil einen schonenden und nachhaltigen Entzug des Volumens. Auch die Lunge wird weniger stark belastet, und es können Wasseransammlungen im Bauch entfernt werden. Der Darm wird so entstaut, setzt keine Giftstoffe mehr im Kreislauf frei und kann wieder Medikamente und Nährstoffe aufnehmen.

Vorgehen

In die Bauchhöhle wird ein kleiner Katheter eingepflanzt, durch den zwei bis drei Liter Spülflüssigkeit eingeleitet werden. Das Bauchfell wirkt sozusagen als Dialyse-Membran. Die Substanzen, die ausgeschieden werden sollen, wandern vom Blut durch das Bauchfell in die Dialyselösung. Nach einigen Stunden wird die Flüssigkeit mit den Nierengiften wieder abgeleitet - der Körper ist entgiftet.

Der Patient kann die Bauchfelldialyse zu Hause oder am Urlaubsort selbst durchführen. Eine Kontrolle beim Nephrologen ist lediglich alle sechs Wochen erforderlich.

Erfahrungswerte

Die positiven hämodynamischen Effekte der Bauchfelldialyse erlauben ein kontinuierliches Aufbautraining für die Rückkehr zu Eigenverantwortlichkeit und Aktivität. Professor Dr. Remppis konnte mit der Bauchfelldialyse Patienten derart stabilisieren, dass keine Herztransplantation erforderlich wurde. Die Anzahl der Klinik-Aufenthalte wurde um bis zu 75 Prozent vermindert.

Weitere Informationen

Bei Fragen zum Thema Bauchfelldialyse wenden Sie sich gern an das Chefarztsekretariat der Klinik für Kardiologie. Unsere dortigen Spezialisten werden Ihre Fragen schnellstmöglich beantworten.