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Künstlicher Aortenbogen nach Maß

Premiere im HGZ: 79-jähriger Patientin wird neuartige Gefäßprothese implantiert.

 

Bad Bevensen. Die Brust schmerzt, der Atem rasselt, die Stimme wird heiser und das Schlucken fällt schwer. Diese und ähnliche Symptome können Anzeichen für eine Aussackung der Hauptschlagader – ein Aortenaneurysma - im Bereich des Brustkorbs sein. Im Herz- und Gefäßzentrum (HGZ) Bad Bevensen wurde jetzt ein solches Aneurysma bei einer 79-jährigen Patientin erstmals mit einem neuartigen Stent - einer sogenannten dreifach gebranchten Aortenbogen-Prothese - erfolgreich behandelt. Es ist bislang die zweite Prothese ihrer Art, die bundesweit implantiert wurde.

„Das Besondere ist, dass hier nicht - wie sonst in diesen Fällen erforderlich - der Brustkorb geöffnet werden muss“, erklärt Dr. Thomas Nolte, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Wundzentrum am HGZ, der gemeinsam mit Oberärztin Dr. Martina Fink diesen minimalinvasiven Eingriff durchgeführt hat. Auch auf den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine kann dabei verzichtet werden. All dies sind Faktoren, die für den Patienten deutlich weniger Belastung bedeuten.

So innovativ die Prothese als solche ist, so vertraut sind den Bad Bevenser Gefäßchirurgen die einzelnen, etablierten Operationsschritte aus ihrem täglichen Tun: Die große Aortenbogen-Prothese wird durch einen wenige Millimeter großen Schnitt über die Leistenschlagader eingeführt, zum Brustkorb vorgeschoben und dort im Aortenbogen entfaltet. Drei weitere kleine Stents werden über Zusatzschnitte am Hals und in der linken Achsel eingeführt und verbinden die Haupt-Prothese mit den Schlagadern, die Kopf und Arme versorgen. Somit ist das Aneurysma von der Durchblutung ausgeschaltet, damit es sich nicht mehr weiter vergrößern oder schlimmstenfalls platzen kann. „Das Besondere ist, dass hier gleich alle drei Schlagadern, die vom Aortenbogen abzweigen, versorgt werden“, sagt Dr. Martina Fink.

Doch nicht für jeden Patienten kommt ein Eingriff dieser Art in Frage. In diesen Fällen kommt die enge Zusammenarbeit der Spezialisten aus dem Gefäßzentrum und der Herzchirurgie im Aortenteam zum Tragen, das von der Gefäßchirurgin Dr. Martina Fink und der Herzchirurgin Dr. Katja Bohmann geleitet wird. „Im Vorfeld besprechen wir zusammen im interdisziplinären Aortenteam sehr genau, für wen diese spezielle Option geeignet ist“, betont die Gefäßchirurgin. So werden Vor- und Nachteile der verschiedenen Therapiemöglichkeiten von den Spezialisten abgewogen, und für jeden Patienten des Aortenzentrums wird ein individuelles Behandlungskonzept erarbeitet. 

Das Aneurysma, seine Lage und die umliegende Anatomie werden vorab mit modernsten Diagnostikmethoden, die das HGZ allesamt vorhält, millimetergenau vermessen und analysiert. „Um die bestmögliche Therapie bieten zu können, werden viele verschiedene Kriterien berücksichtigt. Fällt die Entscheidung dann für eine solche dreifach gebranchte Aortenbogen-Prothese, wird diese für den jeweiligen Patienten eigens angefertigt“, sagt Dr. Fink.

Begleitet wurde die Premiere im HGZ von einem Spezialisten, der europaweit federführend auf dem Gebiet der offenen und endovaskulären Aortenchirurgie ist: Univ.-Prof. Dr. Martin Czerny, Leiter der Sektion Gefäßchirurgie in der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Universitäts-Herzzentrums Freiburg/Bad Krozingen. Er war vom routinierten Vorgehen des OP-Teams und der Ausstattung der Klinik sehr angetan und zeigte sich mit dem Ergebnis vollauf zufrieden. Ebenso wie die Patientin: Nach einigen Tagen auf der Intensivstation und nachfolgender Betreuung auf einer Normalstation konnte sie bald nach dem Eingriff ihren Aufenthalt in der Klinik für kardiologische und angiologische Rehabilitation im HGZ beginnen.

    Haben Sie Fragen?

  • Dr. med. Thomas Nolte
    Direktor des Gefäßzentrums
    Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Wundzentrum
    Tel.: 05821 82-1816
  • Dr. med. univ. Martina Fink
    Geschäftsführende Oberärztin
    Leitung Aortenzentrum
    Fachärztin für Allgemeinchirurgie und Gefäßchirurgie
    Tel.: 05821 82-1816
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